Worum es uns geht

Diese Plattform dient dazu, die Rechte von jungen Menschen in der Arbeitswelt durchzusetzen. Damit sie das Geld bekommen, das sie für ihre Arbeit auch verdienen! Aktuelle aber auch ehemalige Praktikantinnen und Praktikanten können ihr Praktikum anonym melden.

Wir suchen und stellen auch Beispiele besonders dreister Ausschreibungen von Praktika und Jobs für BerufseinsteigerInnen online. Die Erfahrung zeigt: Ausschreibungen lassen Rückschlüsse auf die tatsächlichen Arbeitsbedingungen zu und sind ein erster Indikator dafür, ob PraktikantInnen und BerufseinsteigerInnen angemessen und rechtskonform behandelt werden. Du hast eine besonders dreiste Ausschreibung bei der Hand? Dann schicke sie uns doch unter: jugend@gpa-djp.at

Du glaubst nicht, dass PraktikantInnen dreist behandelt werden? Dann schau dir mal dieses Video an.

Wehr dich!
Hier kannst du uns anonym mitteilen, wie das Praktikum im Unternehmen bei dir abläuft oder abgelaufen ist. Deine Informationen leiten wir an die Gebietskrankenkassen weiter, die das Unternehmen indem du tätig bist oder warst dann gegebenfalls prüfen.
Wehr dich hier!

Wegen der vielen Inserate mit unzumutbaren, illegalen Arbeitsbedingungen und Entlohnungsmodalitäten, die uns aktuell gemeldet werden, müssen wir davon ausgehen, dass eine hohe Anzahl der Praktikaverträge die abgeschlossen werden, dem in nichts nachstehen. Gegen Inserate können wir rechtlich nicht vorgehen, gegen Dienstverhältnisse die gegen das Arbeitsrecht verstoßen aber sehr wohl. Deshalb bieten wir ab sofort auch an, deinen Vertrag zu überprüfen. Vertrags-Check

 

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Was hier fehlt? Ganz einfach die Bezahlung!

Das Medienprojekt Addendum des Red Bull Besitzers Dietrich Mateschitz stellt sich selbst unter den Slogan: „Das was fehlt“. Aktuell sucht das Projekt „Volontäre“ die für Addendum die öffentliche Finanzströme in Österreich untersuchen sollen, Rechnungsabschlüsse interpretieren können und sich im föderalen System der Republik auskennen. Wir sagen klipp und klar das was fehlt ist die Entlohnung, die fehlt bei dieser „Ausschreibung“ komplett.

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Pressegespräch AK,GPA-djp Jugend am 28.Mai: PraktikantInnen zwischen Ausbildung und Ausbeutung

Neue Studie: So geht es den PflichtpraktikantInnen aus Handelsschulen und Handelsakademien

Wien (OTS) – SchülerInnen der Handelsschulen und der Handelsakademien müssen mittlerweile „einmal oder mehrmals während der Sommerferien ein bezahltes Pflichtpraktikum“ machen. So steht es im Lehrplan. Wie es den SchülerInnen dabei geht, hat die Arbeiterkammer Wien vom Österreichischen Institut für Berufsbildungsforschung und dem Soziologen Konrad Hofer untersuchen lassen. Erstmals liegen verlässliche und umfangreiche Daten über die Situation von PflichtpraktikantInnen in Österreich vor. Wie viele müssen Gratisarbeit leisten? Wie viele hatten keinen Arbeitsvertrag? Wie viele waren berufsfremd eingesetzt? Unter anderem diese Fragen werden beantwortet beim

Pressegespräch mit
AK Direktor Christoph Klein
Susanne Hofer, Vorsitzende GPA-djp-Jugend, stv. ÖGJ-Vorsitzende

Montag, 28. Mai 2018, 10:00 Uhr
AK Wien, 1040, Prinz Eugen-Straße 20-22
6. Stock, Saal 3

Arbeiterkammer Wien
Peter Mitterhuber
(+43-1) 501 65-12347

GPA-djp Öffentlichkeitsarbeit
Litsa Kalaitzis
Tel.: 05 0301-21553

 

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„Die Mogelei beginnt schon dort, wenn auf einem Vertrag das Wort ‚Praktikum‘ steht“ Interview der Zeitung TIPS mit GPA-djp Sekretär Hofmann

ST. PÖLTEN. Bald beginnen wieder die Sommerferien und damit die Praktikumszeit für Schüler und Studenten, um den Konto- oder Wissensstand aufzubessern. Dabei gibt es allerdings sowohl vonseiten der Praktikanten als auch vonseiten der Praktikumsgeber einiges zu beachten, wie uns Christian Hofmann, der Bundesjugendsekretär von der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) erzählt.

Tips: Auf was muss man achten, wenn man sich für ein Praktikum bewirbt?

Christian Hofmann: Was man vorneweg sagen muss, ist, dass im österreichischen Arbeitsrecht das Wort Praktikum exakt null Mal vorkommt, weil es arbeitsrechtlich nicht geregelt ist. Es handelt sich primär um eine Erfindung an Schulen, Universitäten und Fachhochschulen, wo es in Form eines Pflichtpraktikums gefordert wird. Daneben gibt es noch die Freiwilligenpraktika. Da es wie gesagt arbeitsrechtlich nicht geregelt ist, ist das, was als Praktikum verkauft wird, meistens ein kurzfristiges Arbeitsverhältnis, für das man auch dementsprechend entlohnt werden muss. In Österreich ist es kein Problem, jemanden für ein, zwei oder drei Monate anzustellen. Manche Unternehmen, die Praktika ausschreiben, mogeln dabei aber, das heißt sie halten sich nicht an gängige Bestimmungen was die Bezahlung oder die Arbeitszeiten betrifft. Oft herrscht auch einfach Unwissenheit zu diesen Themen.

Tips: Das heißt, ein Praktikant muss genauso viel bezahlt bekommen wie ein Angestellter?

Hofmann: Es gibt eine Ausnahme, bei der ein Praktikum nicht bezahlt werden muss, nämlich bei einem sogenannten Ausbildungsverhältnis. Die Ausbildung steht hier primär im Vordergrund. Es geht dabei also ums Lernen und um das angeleitete Lernen, das heißt, es gibt jemanden, der dem Praktikanten etwas beibringt. „Learning by doing“ fällt nicht darunter, weil es schon von Definition her keine Ausbildung sein kann. In einem Ausbildungsverhältnis investiert das Unternehmen Zeit und Energie, um den Praktikanten unter Anleitung etwas beizubringen. Es gibt aber einen ziemlichen Graubereich zwischen Ausbildung und Arbeit.

Tips: Wo kann man sich hinwenden, wenn man glaubt, vom Dienstgeber ausgenutzt zu werden?

Hofmann: Da gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man geht zur Arbeiterkammer oder zur Gewerkschaft. Es gibt auch die Möglichkeit, Beschwerden anonym auf www-watchlist-praktikum.at zu melden. Wir empfehlen aber, sich direkt an die Jugendabteilung der Gewerkschaft zu wenden, um eine Beratung zu erhalten und die Arbeits- und Praktikumsverträge überprüfen zulassen. Praktika sind zwar arbeitsrechtlich nicht geregelt, es gibt aber einige Kollektivverträge, die eine eigene Gehaltstabelle für Praktikanten beinhalten. In Branchen, in denen Gewerkschaften stark sind – zum Beispiel in der Industrie -, gibt es Entschädigungen für Praktika, die über 1000 Euro liegen. In anderen Bereichen sind die Gewerkschaften schwächer, und da liegt das Praktikumsgehalt deutlich darunter. Wenn man glaubt, ungerechterweise kein Gehalt bezogen zu haben, kann man auch im Nachhinein Geld einfordern. Man muss dabei aber ziemlich schnell sein, denn es gibt in den Kollektivverträgen sogenannte Verfallsfristen. Wenn man seine Ansprüche nicht bis Ablauf der Frist geltend macht, hat man Pech gehabt.

Tips: Unbezahlte Praktika sind also nicht ungerechtfertigt?

Hofmann: Nein. Aus unserer persönlichen Erfahrung bei den Beratungsgesprächen heraus müssen wir aber sagen, dass 90 Prozent dessen, was als Praktikum verkauft wird, kurzzeitige Arbeitsverhältnisse und daher dementsprechend zu bezahlen sind. Die Ausbildungsverhältnisse, in denen es gerechtfertigt ist, kein Gehalt zu bezahlen, sind nur ein kleiner Bruchteil. Das hängt aber auch von der Branche ab. In der Werbewirtschaft ist es etwas komplizierter, weil es da keinen österreichweiten Kollektivvertrag gibt.

Tips: Hat man auch Anspruch auf Weihnachts- und Urlaubsgeld?

Hofmann: Das hängt von der Dauer des Arbeitsverhältnisses ab. Bei einem befristeten Arbeitsverhältnis hat man Anspruch auf ein aliquotes Weihnachts- und Urlaubsgeld für die Zeit, die man im Unternehmen gearbeitet hat. Prinzipiell stehen einem auch gewisse Zulagen zu wie Nacht- oder Feiertagszulagen.

Tips: In welchen Bereichen wird vonseiten der Unternehmen noch gemogelt?

Hofmann: Viele Studenten wissen nicht, dass Praktika arbeitsrechtlich gar nicht definiert sind. Die Mogelei beginnt schon dort, wenn auf einem Vertrag das Wort „Praktikum“ steht. Es geht immer um die Tätigkeit, die man konkret vor Ort macht. Bei dem Wort Praktikum glauben viele sofort, dass die Stelle schlecht oder unbezahlt ist, nehmen sie aber trotzdem an, weil sie glauben, dass es für den eigenen Lebenslauf gut ist.

Tips: Gibt es auch Probleme bei der Einhaltung der Arbeitszeiten?

Hofmann: Die Arbeitszeiten sind kollektivvertraglich geregelt. Was für die Angestellten gilt, gilt auch für den Praktikanten. Ich will jetzt aber keine allgemeine Kritik an den Unternehmern üben. Es gibt welche, die sich sehr vorbildlich um ihre Praktikanten bemühen. Es gibt aber auch schwarze Schafe oder welche, die ganz einfach zu „botschad“ sind, die Regeln nicht ganz verstehen und dann einfach irgendwas machen.

Tips: Wo können sich Unternehmer über Praktika informieren?

Hofmann: Bei der Wirtschaftskammer. Sie kann aber natürlich nicht jedes Unternehmen kontrollieren und die Umsetzung überprüfen.

https://www.tips.at/news/st-poelten/wirtschaft-politik/425240-die-mogelei-beginnt-schon-dort-wenn-auf-einem-vertrag-das-wort-praktikum-steht

 

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Studierende in der Arbeitswelt-Kenne deine Rechte! Beitrag im Progress Magazin der Österreichischen HochschülerInnenschaft

Mehr als die Hälfte aller Studierenden sind neben ihrem Studium erwerbstätig. Doch viele studentische Jobs sind durch schlechte Bezahlung und eklatante Missachtung rechtlicher Bestimmungen gekennzeichnet. Christian Hofmann von der Gewerkschaft der Privatangestellten,Druck,Journalismus und Papier (GPA-djp)gibt einen Überblick über die arbeitsrechtliche Situation in Österreich

Kollektivvertrag-What the fuck?

Der Kollektivvertrag (KV) ist eine kollektive Reglung, für alle Beschäftigten in einer Branche. Er regelt zum Beispiel Mindestlöhne, Arbeitszeiten aber auch Zuschläge (z.B. Wochenendarbeit, Nachtarbeit) bzw. das Urlaubs und Weihnachtsgeld, dass den Beschäftigten in einer Branche zusteht. Arbeitgeber_Innen dürfen im positiven Sinne vom Kollektivvertrag abweichen, sprich Sie dürfen gerne mehr bezahlen (sogenannte Überzahlung) und kürzer arbeiten lassen, sie dürfen jedoch nicht weniger bezahlen oder längere Arbeitszeiten verlangen. Es gibt in Österreich keinen gesetzlichen Mindestlohn (!!), Mindestlöhne werden immer durch die Kollektivverträge geregelt. Wie hoch dieser Mindestlohn schwankt zwischen den unterschiedlichen Kollektivverträgen. 98% aller Branchen sind in Österreich durch einen Kollektivvertrag abgedeckt.

Welcher Kollektivvertrag für dein Unternehmen gilt, hängt immer vom Gewerbeschein des Unternehmens ab. Dies kann auch bedeuten dass man in der IT Abteilung einer Supermarktkette nach dem Kollektivvertrag für den Einzelhandel bezahlt wird, da der Gewerbeschein des Unternehmens auf Tätigkeiten im Einzelhandel lautet. Die Gewerkschaft verhandelt gemeinsam mit den Arbeitgebern (z.B. Wirtschaftskammer,etc.) jedes Jahr neue Kollektivverträge. Wie hoch die Mindestlöhne und wie gut die Arbeitsbedingungen in einer Branche sind hängt maßgeblich von der Stärke der Gewerkschaft in diesem Bereich ab (sprich wie viele Beschäftigte sind freiwillige Mitglieder)-auch Studierende können Mitglied in der Gewerkschaft sein.

Arbeitszeit, Pausen, Ruhezeiten und Urlaub

Nach 6 Stunden Arbeit stehen dir 30 Minuten als Pause zu, aus betrieblichen Gründen kann diese Pause auch auf 2 mal 15 Minuten oder 3 mal 10 Minuten aufgeteilt werden. Die Pause zählt in den meisten Fällen nicht(!) zur Arbeitszeit und wird meistens nicht bezahlt. Nach Beendigung des Arbeitstages stehen Arbeitnehmer_Innen wiederum 11 Stunden durchgängiger Ruhezeit zu, bis man wieder zur Arbeit eingeteilt werden kann. In einigen Kollektivverträgen (z.B. Hotellerie und Gastronomie) gibt es jedoch die Möglichkeit die Ruhezeit auf 8 Stunden zu verkürzen, wenn man im Austausch für die verkürzte Ruhezeit ein mehr an Freizeit erhält.

Regelungen wann man arbeiten muss (z.B. Dienstpläne) müssen 2 Wochen vor Arbeitsbeginn bekanntgegeben werden und sind dann gültig. Änderungen am Dienstplan (z.B. einspringen für Krankenstände) können prinzipiell gültig sein, bedürfen jedoch der ausdrücklichen Zustimmung durch den/die Dienstnehmer_In. Eine Änderung kann von durch den/die Dienstnehmer_In abgelehnt werden, wenn Gründe für die Ablehnung vorliegen (z.B. eine Lehrveranstaltung am Nachmittag kann als Grund gelten, warum man nicht am Nachmittag einspringen kann)[1]. Arbeitnehmer_Innen stehen jeweils 2 Urlaubstage pro gearbeiteten Monat zu (auch geringfügig Beschäftigten). Das Unternehmen muss sicherstellen, dass Arbeitnehmer_Innen ihren Urlaub aufbrauchen können, gleichzeitig bedarf es immer die Zustimmung von Arbeitgeber und Arbeitnehmer um den Urlaubsanspruch geltend zu machen. Urlaub dient der Erholung, man darf daher nicht durch den Arbeitgeber in den Urlaub gezwungen werden, wenn man sich nicht entsprechend erholen kann[2].

Geringfügigkeit- Ganz normale Arbeit oder?

Als Geringfügiges Dienstverhältnis bezeichnet man eine Tätigkeit, welche mit maximal 438,05€ (Stand 2018) entlohnt wird. Wie viele Stunden dies konkret pro Woche bedeutet, hängt vom jeweiligen Kollektivvertrag ab. Wenn du weniger als die 425,70€ verdienst, ist dein Unternehmen nur verpflichtet für dich Unfallversicherungsbeiträge einzubezahlen. Sprich du bist gegen einen Arbeitsunfall abgesichert, jedoch nicht krankenversichert. Als Student_In kannst du dich jedoch bei deinen Eltern mitversichern, oder dich auch selbst bei der Gebietskrankenkasse versichern[3]. Als geringfügige Arbeitskraft bist du jedoch rechtlich allen anderen Mitarbeiter_Innen gleichgestellt. Sprich du hast Anspruch auf alle entsprechenden Zulagen, bzw. einen entsprechenden Anteil am Urlaubs und Weihnachtsgeld. Wenn du mehr als die 425,70€ verdienst, bist du voll sozialversicherungspflichtig und musst entsprechende Beiträge leisten. ÖH und GPA-djp Jugend bieten mit dem Geringfügigkeitsrechner, ein Webtool welches dir dabei hilft zu überprüfen ob du entsprechend fair bezahlst wirst.

Mythos Praktikum- Arbeiten und dafür nichts bekommen?

Der Status Praktikant_In ist rechtlich gesehen ein wenig schwierig. Zuerst muss die Frage gestellt werden welche Art der Tätigkeit man in seinem Praktikum vollführt muss. Das österreichische Arbeitsrecht kennt den Zustand „Praktikant_In“ eigentlich nicht, sondern nur den Unterschied zwischen Arbeits- und Ausbildungsverhältnissen. Bei einem Ausbildungspraktikum steht der Wissenserwerb im Vordergrund. Man ist dabei nicht in den betrieblichen Ablauf eingebunden, steht in keinem hierarchischen Verhältnis und ist nicht leistungsverpflichtet. Die Entlohnung eines Ausbildungsverhältnisses kann der/die Praktikumsgeber_In selbst entscheiden, auch ein kompletter Verzicht auf Entlohnung ist rechtlich erlaubt. Ein Praktikum als Arbeitsverhältnis, bedeutet das man regulär mitarbeitet, in betriebliche Hierarchien eingebunden wird und verpflichtet ist eine gewisse Form der Leistung zu erbringen. Praktika als Arbeitsverhältnisse sind in den meisten Fällen regulär zu entlohnen und unterliegen meist dem Kollektivvertrag der jeweiligen Branche.

Viele Unternehmen versuchen unter dem Titel Praktikum jedoch, die Arbeitskraft von Studierenden zu Dumpingpreisen oder sogar komplett gratis auszubeuten. Die Abgrenzung zwischen Ausbildung und Arbeitsverhältnis ist nicht immer einfach, doch es gibt einige Hinweise auf die man achten kann. Ist man als Praktikant_In in die betriebliche Hierarchie eingeordnet, sprich gibt es Vorgesetze die Arbeitsaufträge erteilen können, deutet vieles schon auf ein Arbeitsverhältnis hin. Weiteres Anzeichen für ein Arbeitsverhältnis ist es, dass du im Namen des Unternehmens gegenüber Dritten auftrittst (z.B. du beantwortest für die Firma Emails).Wichtig ist dass man sich immer die Frage stellt : ist meine Arbeitsleistung für den operativen Betrieb des Unternehmens notwendig? Diese notwendige Arbeit kann auch darin bestehen, Kund_Innen zum Beispiel darauf zu verweisen dass die zuständige Person gerade im Urlaub ist und nach ihrer Rückkehr zurückrufen wird. Die GPA-djp Jugend bietet mit der wachlist-praktikum.at eine anonyme Möglichkeit sich über die Rechtmäßigkeit des eigenen Praktikums zu informieren.

Werkvertrag-Willkommen in der (prekären) Selbständigkeit

Der Werkvertrag ist ein sogenanntes Zielschuldverhältnis, im Gegensatz zum Angestelltenverhältnis welches man als Dauerschuldverhältnis bezeichnet. Der Werkvertrag ist somit eine Tätigkeit die auf die Erbringung eines Ziels gerichtet ist. So kann zum Beispiel jemand damit beauftragt werden, ein englisches Buch in Deutsche zu übersetzen. Dazu wird ein Werkvertrag aufgesetzt. Die übersetzende Person verpflichtet sich an einem bestimmten Stichtag die Übersetzung abzuliefern, der/die Auftraggeber_In für die Übersetzung am ausgemachten Stichtag zu bezahlen. Wie viele die übersetzende Person für die Übersetzung verlangen kann muss sie selbst entscheiden. Braucht das Projekt viel mehr Zeit als zum Beispiel ursprünglich veranschlagt so ist dies das Problem des/der Werksvertragsnehmer_In. Die übersetzende Person muss also zielsicher kalkulieren wie viel Zeit sie benötigt und wie viel sie für diese Zeit verlangen kann. Die Bezahlung erfolgt klarerweise nicht nach Stunden, sondern als Komplettpreis. Der Werkvertrag ist eine selbständige Tätigkeit, entsprechend bist du selber für die Abführung von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen verantwortlich. Einige Berufsgruppen (z.B. Dolmetscher_Innen, freiberuflich Grafiker_Innen und Fotograf_Innen) müssen erst ab einem Jahreseinkommen von 5108,40€ Sozialversicherungsbeiträge leisten[1]. Übersteigen deine selbständigen Einkünfte diese Grenze, so bist du entsprechend sozialversicherungspflichtig.[2]

Der freie Dienstvertrag

Der freie Dienstvertrag ist ein Dauerschuldverhältnis, welches sich aber durch geringe persönliche Abhängigkeit auszeichnet. Als freie Dienstnehmer_In kannst du dich am Arbeitsplatz vertreten lassen, und du bist nur eingeschränkt weisungsgebunden. Die Bezahlung ist nicht an den Kollektivvertrag der jeweiligen Branche gebunden, sondern ist eine Ausmachungssache. Du musst bei der zuständigen Gebietskrankenkasse angemeldet werden, wenn du mehr als 425,70€ pro Monat (Geringfügigkeitsgrenze) verdienst bist du sozialversicherungspflichtig und musst 17,62% für die Sozialversicherung abführen(Auch der /die Arbeitgeber_In muss Beiträge abführen). Wenn du durch deinen freien Dienstvertrag mehr als die Geringfügigkeitsgrenze verdienst, bist du damit voll kranken, Pensions und unfallversichert. Ab dem 4. Tag Krankenstand steht dir zum Beispiel ein Krankengeld zu, welches sich bei circa 50% deines durchschnittlichen Einkommens bewegt. Wenn du mit einem freien Dienstvertrag ein Einkommen erzielst, welches größer als 11.000€ pro Jahr ist musst du dieses Einkommen entsprechend versteuern. Du hast aber auch die Möglichkeit verschiedenste Ausgaben (z.B. Kosten für Uni Skripten, bzw. Arbeitsmaterialien für deine Tätigkeit) von der Steuer abzusetzen.

[1] Für genauere Informationen siehe GPA-djp Broschüre: „Wege durch den Paragraphendschungel 2017“,S.24-26

[2] Für genauere Informationen siehe Broschüre der SVA: Freiberufliche Sozialversicherung Erstinformation 2017, S.3-10

[1] Es kann hier jedoch durch deinen Arbeitsvertrag zu Abweichungen kommen

[2] Es gibt jedoch auch Ausnahmen, z.B. bei Firmen mit Betriebsferien.

[3] Z.B. Informationen der Wiener Gebietskrankenkasse zum Thema Selbstversicherung, www.wgkk.at

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A never ending story- Studierende und das Praktikum

Mehr als die Hälfte der Studierenden werden durch ihren Lehrplan gezwungen ein Praktikum zu absolvieren. Viele Studierende versuchen durch Praktika den Weg in das Berufsleben zu finden. Vielfach handelt es sich bei sogenannten Praktika aber einfach nur um unter- oder unbezahlte Arbeitsverhältnisse.[1]

Mythos Praktikum

Das Arbeitsrecht kennt keine Praktikant*Innen.In Österreich gibt es eine grobe Unterteilung in zwei Kategorien: 1. Arbeitsverhältnisse und 2. Ausbildungsverhältnisse. Überwiegt der Arbeitsaspekt, so handelt es sich um ein Arbeitsverhältnis. Vielfach beschränken sich die Tätigkeiten von Praktikant*Innen auf Hilfstätigkeiten wie zum Beispiel Kaffee kochen, E-Mails beantworten, Anrufe tätigen und Recherche. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen klar um Arbeit. Praktikant*Innen helfen dabei mit, dem Unternehmen Gewinne zu erwirtschaften. Menschen können als Arbeiter*Innen oder Angestellte beschäftigt werden, als Vollzeit-, Teilzeit- oder geringfügige Arbeitskräfte. Aber die Anstellungsform „Praktikant*In“[2] gibt es nicht. Die meisten Praktika sind im Grunde zeitlich befristete Arbeitsverhältnisse, die entsprechend dem gültigen Kollektivvertrag der Branche entlohnt werden müssen.

Zwangsbeglückt durch Universität und Fachhochschule

Mehr als die Hälfte aller Studierenden an Universitäten und Fachhochschulen sind durch ihren Studienplan gezwungen ein Pflichtpraktikum zu absolvieren. Ohne die Absolvierung des Praktikums gibt es keinen Studienabschluss. Das ist für viele Arbeitgeber*Innen natürlich eine ideale Möglichkeit um Studierende unter Druck zu setzen.[3]Akzeptiere ein schlecht oder gar nicht bezahltes Praktikum oder du kannst dein Studium nicht abschließen.In einer Befragung unter Studierenden gaben 34% an, bereits unbezahlte Praktika absolviert zu haben. 43% haben Praktika absolviert, welche mit maximal 800 € entlohnt wurden. Gleichzeitig liegt die Zahl der Studierenden, welche mit dem Gedanken spielen ein Praktikum zu absolvieren, bei über 90%. [4]

Der Druck auf Studierende wächst. Einerseits durch den Zwang ein Praktikum zu absolvieren, um das Studium abschließen zu können. Andererseits auch durch das Bestreben den eigenen Lebenslauf aufzubessern, bzw. wachsende Anforderungen an junge Arbeitskräfte. Der Berufseinstieg für Studierende droht immer prekärer zu werden.

Warum sich eigentlich nicht einmal wehren?

Den meisten Studierenden ist bewusst, dass viele Praktika in Wirklichkeit schlecht bezahlte, unsichere Arbeitsverhältnisse sind. Nach dem Motto „einfach in den sauren Apfel beißen“, versuchen viele Studierende  trotzdem durch Praktika jene Berufserfahrung zu sammeln, welche ihnen später zu einem guten Job verhelfen soll. Oft gelingt dies und das Praktikum ist tatsächlich der Türöffner zum Wunschjob. In vielen Fällen geht die Gleichung jedoch nicht auf. Zurück bleibt vielfach nur unterbezahlte Arbeitszeit und vergeudete Lebenszeit. Nun kann man sich zurücklehnen und meinen:„Was soll ich da tun?“.  Die Gewerkschaft der Privatangestellten hat für Praktikant*Innen die Initiative Watchlist-Praktikum ins Leben gerufen — eine Internetplattform, über welche Praktika anonym gemeldet werden können. Anhand einiger kurzer Fragen und mit Unterstützung von Jurist*Innen erhalten die Praktikant*Innen eine Rückmeldung, ob die erhaltene Bezahlung angemessen war. Außerdem können Praktikumsausschreibungen gemeldet werden, welche gegen arbeitsrechtliche wie kollektivvertragliche Bestimmungen verstoßen. Denn auch im Bereich der Praktika gilt: Fair statt prekär ist einfach besser.

Christian Hofmann ist Jugendsekretär in der Gewerkschaft der Privatangestellten und hat Volkswirtschaftslehre und Internationale Entwicklungen studiert.

[1] https://www.watchlist-praktikum.at/2016/12/21/praktika-duerfen-nicht-zum-lohnenden-geschaeftsmodell-fuer-unternehmen-auf-kosten-junger-menschen-gehen/#more-1482365

[2] Es gibt Ausnahmen z.B. das Gerichtsjahr für Jurist*Innen

[3] https://www.watchlist-praktikum.at/2016/12/21/praktika-duerfen-nicht-zum-lohnenden-geschaeftsmodell-fuer-unternehmen-auf-kosten-junger-menschen-gehen/#more-1482365

[4] https://www.watchlist-praktikum.at/2016/12/21/praktika-duerfen-nicht-zum-lohnenden-geschaeftsmodell-fuer-unternehmen-auf-kosten-junger-menschen-gehen/#more-1482365

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Wege durch den Paragraphendschungel 2018-PraktikantInnen, Werkvertrag, neue Selbständige und freie DienstnehmerInnen

Vertragsgestaltung? Sozialversicherung? Steuern? Der Paragraphendschungel gibt freien DienstnehmerInnen, WerkvertragnehmerInnen und PraktikantInnen Antworten!

Ab wann bin ich sozialversicherungspflichtig? Wie kann ich mich als NeueR SelbstständigeR bestmöglich absichern? Ab wann muss ich Einkommenssteuer bezahlen?
Der Paragraphendschungel gibt freien DienstnehmerInnen, Neuen Selbstständigen, Ein-Personen-Unternehmen und PraktikantInnen die richtigen Antworten!

Der Paragraphendschungel beantwortet die wichtigsten Fragen für atypisch Beschäftigte und PraktikantInnen über Sozialversicherung, Steuer und Recht – mit allen aktuellen Zahlen zu Versicherungsgrenzen, Geringfügigkeit und Steuer, sowie Vertragsgestaltung im Freien Dienstvertrag, Werkvertrag und für Praktika.

Den Download für diese Broschüre findest du unter diesem Artikel.

https://www.gpa-djp.at/cs/Satellite?blobcol=urldata&blobheadername1=content-type&blobheadername2=content-disposition&blobheadervalue1=application%2Fpdf&blobheadervalue2=inline%3B+filename%3D%22Paragraphen-Dschungel_2018.pdf%22&blobkey=id&blobnocache=false&blobtable=MungoBlobs&blobwhere=1342641270017&ssbinary=true&site=A03

 

 

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Kein Praktikum zu vergeben

„Leute, hört auf mit dem Scheiss! Ich schreib jetzt mal was ganz Irgendwasmitmedienmacher-untypisches: ich will niemanden, der kostenlos für mich arbeitet! Wenn ich es mir leisten könnte, jemanden so einzustellen, wie es sich gehört (bei ‘ner Vollzeitstelle so, dass man auch davon leben kann und versichert ist), dann will ich jemanden haben, der nicht nur richtig gut ist, sondern auch weiss, was er und seine Arbeit Wert sind, der nicht nach Abzug der Miete die Begeisterung verliert, weil er ständig darüber nachdenkt, wie er bis zum 30en kommt, oder wann die Bank wegen des Dispo anruft, der sich von seinem Gehalt vernünftige Klamotten für den Termin mit dem Kunden leisten kann, der vom Kunden ernst genommen wird und der nicht Abends noch irgendwo jobben muss, damit er tagsüber bei mir Kaffee kochen kann, nachdem er selbst 3 Tassen trinken musste, um sein Schlafdefizit zu übertünchen…“ Das schreibt Marco Fechner auf Samstagvormittag.de. Wenn es nur mehr von solchen Arbeitgeberinnen gäbe…

Den ganzen Artikel könnt ihr hier nachlesen:

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Mythos Praktikum: Arbeiten zum Nulltarif

Immer mehr junge ArbeitnehmerInnen finden sich in Scheinselbständigkeit, Praktika und Volontariaten wieder. Unsere GPA-djp Jugend Wien Funktionärin Julia Coufal hat darüber für progress einen Bericht geschrieben.
https://www.progress-online.at/artikel/mythos-praktikum

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Der Praktika Schmäh: Arbeiten in der unbezahlten Dauerschleife

Für den Kontrast Blog hat Veronika Bohrn Mena (GPA-djp Interessengemeinschaften) über Praktika geschrieben: „Es gilt sich zu Wort zu melden, sich zu organisieren und dagegen zu halten. Wehren wir uns!“

Den ganzen Artikel findest du hier

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Praktika-Umfrage: So gehts SchülerInnen und Studierenden beim Berufseinstieg

Warum haben wir diese Umfrage gemacht?

Die GPA-djp Jugend macht seit Jahren auf die prekäre Praktika-Situation vieler SchülerInnen und Studierender aufmerksam. Mit unserer Praktikums-Umfrage lassen wir nicht locker und wollen aufzeigen, dass die Generation Praktikum nicht ein Luxusproblem einiger weniger ist, auch wenn sie noch so gerne herunter gespielt wird. Junge Menschen haben ein Recht auf  faire, gerechte Bezahlung und Anstellung – genauso wie ältere.

Alle Ergebnisse findest du in unsere Broschüre.

Hier gehts zum Download der Broschüre.

Ferienjob, Praktikum, Volontariat
Das „Praktikum“ gibt es laut Arbeitsrecht eigentlich gar nicht, was es gibt ist ein sogenanntes „Pflichtpraktikum“ und ein „Volontariat“. Ein „Ferienjob“, ein „Ferialpraktikum“ oder auch ein freiwillig absolviertes „Praktikum“ neben der Ausbildung und sogar danach, das sind laut Arbeitsrecht ganz normale befristete Dienstverhältnisse. Mehr dazu findest du auf dieser Plattform oder auf www.jugend.gpa-djp.at

Die Studie und die Broschüre wurden aus Mitteln des Bundesmnisteriums für Familien und Jugend gefördert.

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