Warum es watchlist-praktikum.at braucht

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Veronika Kronberger (r.) präsentiert die watchlist Praktikum im Sommer 2014 gemeinsam mit Bundesminister Rudolf Hundstorfer (m., SPÖ) sowie der Nationalratsabgeordneten und Jugendsprecherin der SPÖ Katharina Kucharowits (l.).

Diese Plattform dient dazu, die Rechte von jungen Menschen in der Arbeitswelt durchzusetzen – Damit sie den Lohn bekommen, den sie für ihre Arbeit auch verdienen!

Aktuelle aber auch ehemalige Praktikantinnen und Praktikanten können anonym melden, wie das Praktikum in ihrem Unternehmen abläuft oder abgelaufen ist. Die erhobenen Daten werden an die Gebietskrankenkassen weitergeleitet, die die „Schwarzen Schafe“ unter den Unternehmen dann prüfen und entsprechende arbeits- und sozialversicherungsrechtliche Schritte einleiten. Die watchlist-praktikum.at gibt es, um Missbräuche durch ArbeitgeberInnen bei „Praktika“ einzudämmen und zu verhindern und jungen Menschen den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern.

Unterstütze uns, indem du hier von deinem eigenen „Praktikum“ berichtest!

„Das Praktikum“ gibt es nicht
Laut Arbeitsrecht gibt es „das Praktikum“ gar nicht. Was es gibt, sind ein sogenanntes „Pflichtpraktikum“ und ein „Volontariat“!

Ein „Ferienjob“, ein sogenanntes „Ferialpraktikum“ oder auch ein umgangssprachlich „freiwilliges Praktikum“ genannt, welches neben der Schule oder Hochschule und sogar danach absolviert wird, all das sind laut Arbeitsrecht ganz normale befristete Dienstverhältnisse.

„Praktika“ als versteckte Arbeitsverhältnisse
Das „Praktika“ viel zu oft unbezahlt und ohne soziale Absicherung, das heißt ohne Meldung zur Sozialversicherung absolviert werden, ist seit Jahren kein Geheimnis mehr.

Dass es sich bei diesen unbezahlten oder stark unterbezahlten „Praktika“ in der Regel nicht um Ausbildungsverhältnisse oder Volontariate handelt, wird durch Studien wie der von FORBA „Praktika und Praktikanten/Praktikantinnen in Österreich -Empirische Analyse von Praktika sowie der Situation vonPraktikanten/Praktikantinnen“ von 2011 bewiesen. Bei dieser wurden von 41 erhobenen Praktika von Studierenden 39 als Arbeitsverhältnis klassifiziert.

Gleichzeitig wissen wir jedoch von der „Studierenden Sozialerhebung“ des Instituts für Höhere Studien, dass ca. zwei Drittel der Pflichtpraktika, bzw. ein Drittel der „sonstigen Praktika“ – also Volontariate oder befristete Dienstverhältnisse, die fälschlicher Weise „Praktika“ genannt werden – unbezahlt absolviert werden.

Das Problem der Rechtsdurchsetzung
Viele fragen sich wie es dazu kommt, dass junge Menschen diese unbezahlten „Praktika“ weiterhin absolvieren und Unternehmen diese immer noch anbieten. Das Problem lässt sich leicht auf den Punkt bringen: Wo keinE KlägerIn, da keinE RichterIn.

Zu groß ist die Hoffnung, dass aus dem unbezahlten „Praktikum“ ein fixer Arbeitsplatz entsteht, zu tief sitzt die Angst davor wegen eines schlechten Rufs  in der gewünschten Branche gar nicht mehr beschäftigt zu werden.

Für Fragen zur watchlist-praktikum.at wenden Sie sich bitte an interesse@gpa-djp.at .

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