Die Karotte vor der Nase? Nicht mit uns!

1_DSC_7907_hpEine Woche lang sind wir in Wien unterwegs, um auf die Ausbeutung von PraktikantInnen aufmerksam zu machen und zu informieren.

Fixanstellungen werden BerufseinsteigerInnen wie die sprichwörtliche Karotte vor die Nase gehalten, wenn sie sich zuvor als PraktikantInnen beweisen und das zu oft haarsträubenden Bedingungen. Ob unbezahltes „freiwilliges“ Praktikum oder unterbezahltes Pflichtpraktikum, ohne ist es kaum mehr möglich eine Anstellung zu bekommen. Inzwischen wird selbst für einen Praktikumsplatz schon Berufserfahrung vorausgesetzt.

Ganze 278.652 junge Menschen müssen jährlich ein Pflichtpraktikum absolvieren. Rechnet man sogenannte „freiwillige“ Praktika dazu, muss mindestens von einer doppelt so hohen Anzahl ausgegangen werden. Die allermeisten sind unter- oder unbezahlt und viele starten damit jetzt in der Ferienzeit.

Den Handlungsbedarf bestätigen mehr als 80.000 Aufrufe dieser Seite, Hunderte von Einträgen mit teilweise sehr konkreten Schilderungen über Missstände und daraus resultierende erste Gerichtsverfahren auf der vor genau einem Jahr gestarteten Watchlist Praktikum. Unsere Onlineplattform hilft jungen Menschen, ihre Rechte in der Arbeitswelt durchzusetzen.

Aktionen im öffentlichen Raum
Bei uns häufen sich gerade jetzt wieder Anfragen wegen ausbleibender Bezahlung, fehlender Ausbildung oder anderer Probleme, deswegen wollen wir noch stärker für die Thematik Praktikum und Ferienjob sensibilisieren: wir informieren eine Woche lang auf öffentlichen Plätzen in Wien über die Rechte von Praktikantinnen.

Wann und wo?
· Mo, 3.8. von 13 bis 19 Uhr Vorplatz Museumsquartier/Mariahilferstraße
· Di, 4.8. von 14 bis 19 Uhr Mariahilferstraße Fußgängerzone Höhe Neubaugasse
· Mi, 5.8. von 16 bis 20 Uhr bei der Summerstage
· Do, 6.8. von 16 bis 20 Uhr am Donaukanal
· Fr, 7.8. von 10 bis 14 Uhr vor der Uni Wien

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Nicht mit uns!
„Die Karotte vor der Nase? Nicht mit uns! Wir versuchen mit diesem Mix aus Information und Aktion mehr Bewusstsein für diese Problematik zu schaffen und natürlich Betroffene auf ihre Rechte aufmerksam zu machen und auf die Möglichkeiten, die sie haben, um diese einzufordern. Und wir freuen uns auf prominente Gäste wie GPA-djp-Vorsitzenden Wolfgang Katzian, AK-Präsident Rudi Kaske und andere, die uns unterstützen“, so Kronberger und Kasper.

PraktikantInnen entgehen Millionen
Viele Unternehmen drängen Betroffene in Praktika-Verhältnisse, die normale Arbeitsverhältnisse wären. Arbeitgeber ersparen sich durch unter- oder unbezahlte Pflichtpraktika Steuern und Abgaben, wodurch der Sozialversicherung jährlich rund ein Verlust von rund 69 Millionen Euro entsteht. Alleine das Entgelt, das beispielsweise PflichtpraktikantInnen entgeht, ist mit rund 174 Millionen Euro mehr als doppelt so hoch.

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