Unbezahlte Arbeitsverhältnisse im Kulturbereich

Besonders im Kunst- und Kulturbereich gibt es noch immer viele befristete Arbeitsverhältnisse die fälschlicherweise als „Volontariate“ bezeichnet und daher nicht bezahlt werden. Doch Inserate erlösen ArbeitgeberInnen nicht von ihren Pflichten!

Auch dieses Inserat verlangt von gut ausgebildeten AkademikerInnen, dass sie drei Monate lang vollkommen ohne Bezahlung einen Vollzeitjob ausüben. Nicht nur gewisse Skills werden bereits vorausgesetzt, auch das Aufgabenprofil weißt auf ein vollwertiges Arbeitsverhältnis hin. Diese sind nach gültigen Kollektivvertragsbestimmungen zu entlohnen, auch wenn Anfangs keine Entlohnung festgelegt wurde. Dem sollten sich auch die ArbeitgeberInnen, die solche Inserate schalten, bewusst sein.

Gerade im Kunst- und Kulturbereich sind die finanziellen Ressourcen knapp und daher ist es verständlich, dass viele KünstlerInnen ihren MitarbeiterInnen keinen übermäßig hohen Lohn bieten können. Doch auf „Gratisarbeit“ von StudentInnen zu setzen, deren finanzielle Lage oftmals ohnehin noch viel prekärer ist, ist mit Sicherheit der falsche Ansatz.

Die Watchlist-Praktikum kämpft gegen versteckte Arbeitsverhältnisse und deckt diese regelmäßig auf! Auch überprüfen wir Inserate und Ausbildungsverhältnisse auf ihre Richtigkeit, um böse Überraschungen zu verhindern. Hast auch du ein solches Inserat gesehen, oder bist selbst in einem Arbeitsverhältnis (gewesen), welches ungerecht entlohnt wird? Dann schreib uns eine Nachricht!

Der inserierende Künstler wurde übrigens von uns kontaktiert und war durchwegs einsichtig. Die betreffenden Praktikumsstellen wurden nun doch nicht in dieser Form vergeben und er verspricht, dass zukünftige Arbeitsverhältnisse gerecht entlohnt werden
sollen.

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