Viele Wissenslücken beim Thema Praktikum

„Fair statt Prekär“ heißt die Initaitive der GPA-djp Jugend, die SchülerInnen und Studierende zum Thema Praktikum aufklärt

Eines der größten Probleme vor denen wir im Kampf gegen unfaire Praktika stehen, sind die vielen Wissenslücken, die noch immer in großen Teilen der Bevölkerung vorhanden sind. Viele SchülerInnen sind sich gar nicht bewusst, dass sie für ihre Arbeitsleistung auch entlohnt werden müssen. Eine Bestätigung über die Ablegung des Praktikums, welches viele SchülerInnen heutzutage brauchen, um die Schule abschließen zu können, ist jedoch nicht mit einer solchen Entlohnung gleichzusetzen. Kommen nun die Unwissenheit und die Notwendigkeit einer Praktikumsbestätigung zusammen, werden diese jungen BerufseinsteigerInnen leicht Opfer von ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen. Daher ist es so wichtig Aufklärungsarbeit auf allen Ebenen zu leisten.
Die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) bietet dazu in Wien einen eigenen Arbeitsrechtsworkshop für SchülerInnen an. Hauptziel dieses interaktiven Vortrages ist es SchülerInnen, die rund um ihre ersten Erfahrungen im Praktikum, oder kurz vor ihrem Berufseinstieg stehen, über ihre Rechte in der Arbeitswelt aufzuklären.

Doch nicht nur SchülerInnen scheinen Probleme zu haben die rechtliche Lage von Praktika richtig einzuschätzen. Auch viele ArbeitgeberInnen scheinen offensichtlich den Unterschied zwischen Arbeits- und Ausbildungsverhältnis nicht zu kennen. Laufend werden Inserate für unbezahlte Praktika von uns gefunden, welche auf Nachfrage sofort offline gehen. Die Ausbildungsverhältnisse werden auch auf die abenteuerlichsten Art und Weise begründet. „Der Sinn dieser Ausbildung liegt darin, dass wir hoffen, dass von den ausgebildeten VolontärInnen in der nahen Zukunft der eine oder die andere für einen fixen Job bei uns in Frage kommt“ schreibt uns da beispielsweise die Geschäftsführerin eines Wiener Museums.

Eines der vielen „missverständlichen“ Inserate für ein Volontariat

Doch nicht nur mit der Ausbildung für eine (eventuelle) spätere Festanstellung wird oft argumentiert. Auf unsere Frage hin, warum ein unbezahltes Arbeitsverhältnis angeboten wird antwortete ein Galerist: „Der Bedarf gerade bei der jungen Generation ist stetig wachsend, Praxiserfahrung wird immer wichtiger und wird auch immer mehr verlangt. Wir regen deshalb unbedingt an, gemeinsam daran zu arbeiten, daß es mehr und ausreichend Volontariats- und auch Praktikumsstellen in Wien geben kann,
damit der große Bedarf gedeckt und die so wichtige und notwendige Praxiserfahrung tatsächlich ermöglicht werden kann“
. Dass Praxiserfahrung beim Berufseinstieg immer öfter gefordert wird, ist auch unbestreitbar. Doch diese Praxiserfahrung kann auch in normalen, entlohnten Arbeitsverhältnissen gesammelt werden, so wie es auch bisher in den meisten Branchen üblich war und ist. Die Zeiten in denen der Lehrling den Lehrherren bezahlen musste sind schließlich glücklicherweise Vergangenheit. Warum sollten dann meist bereits gut ausgebildete SchülerInnen und Studierende nichts verdienen?

Die Watchlist-Praktikum kämpft gegen versteckte Arbeitsverhältnisse und deckt diese regelmäßig auf! Wir prüfen Inserate und Ausbildungsverhältnisse auf ihre Richtigkeit, um böse Überraschungen zu verhindern. Sowohl ArbeitnehmerInnen, als auch ArbeitgeberInnen werden von uns unentgeltlich zum Thema Praktikum beraten.
Hast auch du ein fragwürdiges Inserat gesehen, oder bist selbst in einem Arbeitsverhältnis (gewesen), welches ungerecht entlohnt wird? Dann schreib uns eine Nachricht!

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