„derstandard.at“ – Praktikum: Wie geht es fair statt prekär?

Barbara_Kasper_InternetBundesjugendsekretärin Barbara Kasper der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) hat im Rahmen der „Praktikumswoche“, die Career Center zehn österreichischer Universitäten gemeinsam veranstalteten, an einer Podiumsdiskussion zum Thema teilgenommen und dabei auch die watchlist Praktikum vorgestellt.

http://derstandard.at/2000029484553/Praktikum-Wie-geht-es-fair-statt-prekaer

 

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AK-Präsident Kaske rät PraktikantInnen: Ausführlich informieren und einen Vertrag abschließen

Heute war der letzte Tag unserer Praktika-Aktionswoche und den haben wir natürlich trotz Ferien bei der Uni Wien verbracht, weil auch in den Sommermonaten fleißig studiert wird.

Neben Lucia Grabetz vom Vorsitzteam der ÖH-Bundesvertretung, war auch Arbeiterkammer Präsident Rudi Kaske zu unserer Unterstützung dabei. Denn „Auch in der AK melden sich immer wieder enttäuschte Jugendliche, die unter der Bezeichnung „Praktikum“ voll gearbeitet haben, aber bestenfalls mit einem Taschengeld abgespeist werden. Ich halte es für wichtig, auf die Missstände aufmerksam zu machen, die es leider rund um die Praktika gibt und ein korrektes Verhalten von den Arbeitgebern einzufordern.“ Sich ausführlich informieren bevor man ein Praktikum antritt und davor einen schriftlichen Vertrag abschließen, das ist der Tipp des AK-Präsidenten an die Jugendlichen selbst. Ausführliche Informationen zum Thema Praktikum bietet auch die AK im Internet unter www.arbeiterkammer.at/praktikum.

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Am Ende unserer Aktion wollen wir natürlich ein kurzes Fazit ziehen. Immerhin haben wir in diesen fünf Tagen 1000 Liter Wasser und 100 Kilo Karotten verteilt und sind so mit ca. 3000 vorwiegend jungen Menschen ins Gespräch gekommen.

Die Rückmeldungen, die wir erhalten haben, haben uns nicht nur darin bestärkt uns weiterhin aktiv für gerechte Rahmenbedingungen für Praktika einzusetzen, sondern unsere Erwartungen bei weitem übertroffen.

Großes Lob und viele Danksagungen haben für uns die Woche zu einem wirklich schönen Ereignis gemacht und uns trotz Hitze die nötige Motivation für jede weitere Stunden, sowie Tage des Engagements gebracht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken und insbesondere auch unseren vielen UnterstützerInnen ein Danke aussprechen, denn ohne sie wäre diese Aktion natürlich nicht möglich gewesen.

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Klare Rahmenbedingungen schaffen, damit PraktikantInnen nicht länger ausgebeutet werden

Wir verbringen noch einen hochsommerlichen Tag am Donaukanal, heute allerdings nicht mehr bei der Summerstage, sondern bei der Salztorbrücke.

Mit dabei ist heute unser Vorsitzender Wolfgang Katzian der uns noch bestärkt. „Es ist nicht einzusehen, dass viele junge Menschen ihre ersten Kontakte in der Arbeitswelt unter oft fragwürdigen Verhältnissen absolvieren müssen. Egal, ob die Bezahlung nicht stimmt oder sie als Urlaubsvertretung eingesetzt werden und nichts vermittelt bekommen – es braucht klare Rahmenbedingungen, damit PraktikantInnen nicht länger ausgebeutet werden können. Ich bin stolz auf unsere GPA-djp-Jugend, die diesen Kampf sehr engagiert führt – wir stehen hinter Euch“, bedankte sich GPA-djp-Vorsitzender Wolfgang Katzian, der die AktivistInnen heute Donnerstag besuchte.

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Wenn in Hochschullehrplänen sogenannte Pflichtpraktika vorgeschrieben sind, dann muss auch klar definiert werden, wie diese Praktika ausgestaltet sein müssen. Tätigkeitsbeschreibungen, Lerninhalte und die Einhaltung arbeitsrechtlicher Standards müssen dringend festgeschrieben werden. Derzeit beschränkt sich die Beschreibung der Pflichtpraktika auf eine Monats- oder Stundenanzahl, was zu Unklarheiten bei PraktikantInnen und ArbeitgeberInnen führt und Missbrauch Tür und Tor öffnet.

Wichtig wäre auch, dass die PraktikantInnen in den Schulen, Fachhochschulen und Universitäten ihre im Arbeitsrecht geregelten Rechte und Pflichten lernen. Nur wenn sie ihre Rechte kennen können sie diese auch einfordern.

Zusätzlich fordern wir die Beweislastumkehr. Das heißt, wir wollen, dass der Beweis, dass es sich bei einem Praktikum tatsächlich um ein Ausbildungsverhältnis handelt, von dem/der ArbeitgeberIn erbracht werden muss. Ohne diesen Beweis sollte immer von einem befristeten Arbeitsverhältnis ausgegangen werden.

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Du bist dein Geld wert. Gegen unbezahlte Praktika!

EU-Parlamentsabgeordneten Evelyn RegnerPassend zu den hochsommerlichen Temperaturen, sind wir heute bei Summerstage am Donaukanal unterwegs.

Unterstützung erhalten wir aus Brüssel von der EU-Parlamentsabgeordneten Evelyn Regner. Sie hat uns eine Fotobotschaft geschickt und schreibt: „Ich bin gegen unbezahlte oder unterbezahlte Praktika! PraktikantInnen leisten genauso Arbeit wie andere ArbeitnehmerInnen und müssen daher auch fair bezahlt werden. Danke an die GPA-djp Jugend für eure wichtige Arbeit dazu und viel Erfolg für eure Aktionswoche!“

Wie viel Geld den PflichtpraktikantInnen in Österreich jedes Jahr vorenthalten wird, haben wir schon gestern dargestellt. Ein weiteres großes Problem ist die mangelnde soziale Absicherung für PraktikantInnen.

Denn auch junge Menschen brauchen eine soziale Absicherung.

Trotz oft hoher Arbeitsleistung und Verantwortung, die PflichtpraktikantInnen zunehmend auferlegt wird, werden viele nicht einmal bei der Sozialversicherung angemeldet. Die Meldung bei der Unfallversicherung ist bei Pflichtpraktika für SchulerInnen zwar vorgeschrieben, aber längst nicht alle ArbeitgeberInnen halten sich auch daran. Bei Studierenden ist es noch schlimmer, denn im Hochschulbereich sind die Praktika, die es zu absolvieren gilt, wenig bis gar nicht beschrieben.

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Damit kann ein Unfall auf dem Weg zur Praktikumsstelle oder am Arbeitsplatz selbst auch finanziell zur großen Gefahr werden. Ein Beinbruch, eine Operation, ein Rettungseinsatz kostet ohne Versicherung ein kleines Vermögen für junge Menschen, die gerade erst in die Berufswelt einsteigen.

Aber auch die Arbeitslosen- und Pensionsversicherung wird vielen vorenthalten. So ist es keine Ausnahme, dass Studierende während ihres Studiums zwar mehrere Praktika absolvieren, die jeweils mehrere Monate dauern, dann aber nach Abschluss des Studiums trotzdem keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben. Dabei wäre es gerade nach dem Studium, wenn die meisten auf der Suche nach einem Arbeitsplatz sind dringend notwendig Arbeitslosenunterstützung zu erhalten.

Wir fordern daher, dass die Versicherungspflicht, die in Österreich für alle ArbeitnehmerInnen gilt, auch auf PraktikantInnen ausgeweitet wird und dieses Loch im sozialen Netz geschlossen wird.

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PraktikantInnen: Es geht um viel Geld

Eine Woche lang sind wir in Wien unterwegs, um auf die Ausbeutung von PraktikantInnen aufmerksam zu machen und zu informieren.

Heute, am zweiten Tag unserer Aktion, sind wir auf der Mariahilferstraße, Ecke Neubaugasse unterwegs und freuen uns auch wieder über Unterstützung.

ÖGB Vize-Präsidentin und Bundesfrauenvorsitzende Renate Anderl erklärt sich solidarisch und sagt „Praktika sollen eigentlich dazu dienen, jungen Menschen einen Einblick in den Beruf zu geben. Häufig ersetzen PraktikantInnen jedoch eine reguläre Arbeitskraft, haben aber keine oder eine schlechtere Entlohnung und der Lerneffekt ist gering. Die Unternehmen müssen sich endlich an die Spielregeln halten und faire Rahmenbedingungen garantieren.“

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Denn es geht um viel Geld
Auf Basis der Anzahl der SchülerInnen und StudentInnen, die Pflichtpraktika in ihren Lehrplänen haben und der durchschnittlichen Studiendauer haben wir geschätzt, wie viele Betroffen jährlich ein Pflichtpraktikum absolvieren müssen.

Wenn wir die Zahl der Betroffenen zum Verhältnis der bezahlten und unbezahlten Pflichtpraktika sowie die Höhe der Bezahlungen bei Pflichtpraktika gegenüberstellen, dann erhalten PflichtpratkikantInnen derzeit Gehälter in der Höhe von 32 Millionen Euro.

Würden sie allerdings anhand des Gehalts bezahlt, das ihnen nach Kollektivvertrag jeweils in der niedrigsten Stufe der ersten Verwendungsgruppe zusteht, müssten sie wenigstens 206 Millionen jährlich verdienen.

Das bedeutet PflichtpraktikantInnen entgehen jedes Jahr mindestens 174 Millionen Euro an Gehältern und das obwohl wir von einem Mindestgrundgehalt von gerade einmal 1370 Euro monatlich ausgehen.

Auch junge Menschen haben Kosten und müssen ihren Lebensunterhalt oft auch selbst zumindest mitfinanzieren. Dadurch dass ihnen so viel Geld vorenthalten wird, wird das Pflichtpraktikum für viele zur Zerreisprobe.

Denn arbeiten für die hohle Hand muss man sich leisten können und neben der Ausbildung und dem Pflichtpraktikum auch noch arbeiten zu müssen ist eine gewaltige Belastung.

Wir fordern daher, dass das Pflichtpraktikum für alle unter den gleichen Bedingungen machbar ist und das geht nur mit einer gerechten Bezahlung nach Kollektivvertrag.

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Die Karotte vor der Nase? Nicht mit uns!

1_DSC_7907_hpEine Woche lang sind wir in Wien unterwegs, um auf die Ausbeutung von PraktikantInnen aufmerksam zu machen und zu informieren.

Fixanstellungen werden BerufseinsteigerInnen wie die sprichwörtliche Karotte vor die Nase gehalten, wenn sie sich zuvor als PraktikantInnen beweisen und das zu oft haarsträubenden Bedingungen. Ob unbezahltes „freiwilliges“ Praktikum oder unterbezahltes Pflichtpraktikum, ohne ist es kaum mehr möglich eine Anstellung zu bekommen. Inzwischen wird selbst für einen Praktikumsplatz schon Berufserfahrung vorausgesetzt.

Ganze 278.652 junge Menschen müssen jährlich ein Pflichtpraktikum absolvieren. Rechnet man sogenannte „freiwillige“ Praktika dazu, muss mindestens von einer doppelt so hohen Anzahl ausgegangen werden. Die allermeisten sind unter- oder unbezahlt und viele starten damit jetzt in der Ferienzeit.

Den Handlungsbedarf bestätigen mehr als 80.000 Aufrufe dieser Seite, Hunderte von Einträgen mit teilweise sehr konkreten Schilderungen über Missstände und daraus resultierende erste Gerichtsverfahren auf der vor genau einem Jahr gestarteten Watchlist Praktikum. Unsere Onlineplattform hilft jungen Menschen, ihre Rechte in der Arbeitswelt durchzusetzen.

Aktionen im öffentlichen Raum
Bei uns häufen sich gerade jetzt wieder Anfragen wegen ausbleibender Bezahlung, fehlender Ausbildung oder anderer Probleme, deswegen wollen wir noch stärker für die Thematik Praktikum und Ferienjob sensibilisieren: wir informieren eine Woche lang auf öffentlichen Plätzen in Wien über die Rechte von Praktikantinnen.

Wann und wo?
· Mo, 3.8. von 13 bis 19 Uhr Vorplatz Museumsquartier/Mariahilferstraße
· Di, 4.8. von 14 bis 19 Uhr Mariahilferstraße Fußgängerzone Höhe Neubaugasse
· Mi, 5.8. von 16 bis 20 Uhr bei der Summerstage
· Do, 6.8. von 16 bis 20 Uhr am Donaukanal
· Fr, 7.8. von 10 bis 14 Uhr vor der Uni Wien

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GPA-djp und vida: Faire Spielregeln rund um den Eurovision Song Contest!

esc_900x600_button_ped.inddKostenlose Informationen und Beratung für Beschäftigte in Public-Viewing-Zonen

„Wir freuen uns über den Werbe-Effekt, den die Austragung des Eurovision Song Contests für Wien zweifelsohne bedeutet. Uns gefällt auch das Prinzip der Weltoffenheit, das sich der ORF für dieses Megaevent zum Motto gemacht hat und wir gehen davon aus, dass sich dieser Spirit auch in den Rahmenbedingungen für die vielen ArbeitnehmerInnen rund um den Eurovision Song Contest, besonders in den Public-Viewing-Zonen, bemerkbar macht“, betonen Karl Proyer, stv. Bundesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) und Bernd Brandstetter, Bundesgeschäftsführer der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida.

„Das Millionenbudget, das dem ORF für die Austragung des Eurovision Song Contests zur Verfügung steht, sollte auch eine faire Entlohnung aller Beschäftigten, die in vielen Bereichen von Unterstützung bei Fragen über die Betreuung von KünstlerInnen, MedienvertreterInnen und natürlich der BesucherInnen der offiziellen Public Viewing Zonen eingesetzt werden sollen, ermöglichen“, so Proyer. Neben dem Veranstalter ORF sind aber auch die vielen Subunternehmen gefordert, ergänzt Brandstetter: „Wir werden auch besonderes Augenmerk darauf legen, dass Unternehmen, die beispielsweise im Eurovisions Village am Wiener Rathausplatz und in den Public-Viewing-Zonen in ganz Österreich die Gastronomie betreiben, ihre Beschäftigten fair behandeln und entlohnen, ebenso wie die Securityfirmen oder Reinigungsunternehmen.“

escDie GPA-djp und die vida bieten allen ArbeitnehmerInnen im Rahmen des ESC Beratung und Unterstützung an. „Wir werden die größten Fan-Zonen persönlich aufsuchen, um Info-Material über ihre Rechte und Arbeitsbedingungen an die Betroffenen zu verteilen“, kündigen Proyer und Brandstetter an. Außerdem gibt es kostenlose Beratung unter Tel: 05 03 01 – 21000 (GPA-djp) und 01 53444 79 148 (vida). Fragen können auch direkt an uns gemailt werden.

vida-Geschäftsführer Brandstetter rät auf jeden Fall, genaue Arbeitszeitaufzeichnungen zu machen: „Dienstort, Arbeitsdauer und Pausen unbedingt notieren. Nur so können wir überprüfen, ob die arbeitsrechtlich vorgegebenen Rahmenbedingungen und die Entlohnung stimmen. Auch ihre Dienstverträge können Beschäftigte bei der Gewerkschaft prüfen lassen.“ Proyer ergänzt: „Weil wir aktiv Missstände rund um Arbeitsverträge bekämpfen, wenden sich bereits Betroffene an uns und wir nehmen ihre Fragen und Bedenken natürlich ernst.“

„Wir werden sehr genau auf die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten beim ESC achten. Auch sie sollen am Erfolg teilhaben“, so Proyer und Brandstetter abschließend: „Wir fordern faire Spielregeln, weil uns die Arbeitsbedingungen natürlich gerade bei einem Megaevent, der Weltoffenheit vermitteln will, alles andere als wurst sind!“

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Fragwürdige Bezahlung bei Modelagentur- GPA-djp lässt Beschäftigungsverhältnisse prüfen

Body and Soul erstattet im Kampf gegen fragwürdige Bezahlung junger ArbeitnehmerInnen praktisch Selbstanzeige

„Wir betreiben die Watchlist Praktikum, auf der BerufseinsteigerInnen uns ihre Erfahrungen mit Arbeitgebern online melden können, nicht deswegen, weil es uns um einen Rechtsstreit geht, sondern weil wir faire Spielregeln für junge ArbeitnehmerInnen fordern. In diesem Sinne sind wir auch dem Ersuchen des Rechtsanwalts von Body and Soul, eine Stellenausschreibung dieser Model-Agentur von der Onlineplattform zu nehmen, gerne nachgekommen“, berichtet Karl Proyer, stv. Bundesgeschäftsführer der GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier). Mit der Frage, ob eine geringfügige Stelle tatsächlich „transparent und rechtskonform“ ist und den Vorgaben des Angestelltengesetzes und des Gleichbehandlungsgesetzes entspricht, wie es im Schreiben des Rechtsanwalts formuliert ist, wenn die Bezahlung mit 390 Euro monatlich angegeben ist, beschäftigt sich ab sofort die Wiener Gebietskrankenkasse. Die Agentur habe somit praktisch Selbstanzeige erstattet, so Proyer weiter, denn: „Unseren Berechnungen zufolge liegt diese von Body and Soul angebotene Bezahlung von 390 Euro für 16 Wochenstunden mangels Kollektivvertrag mindestens 200 Euro unter dem ortsüblichen Entgelt, weswegen wir die Wiener Gebietskrankenkasse ersucht haben, alle Beschäftigungsverhältnisse der Model-Agentur genauer unter die Lupe zu nehmen.“

„Wir freuen uns über jede einzelne der bisher rund 200 Meldungen auf www.watchlist-praktikum.at, weil jeder geahndete Fall von Unterbezahlung junger ArbeitnehmerInnen Nachzahlungen für die Unternehmen und damit mehr Geld für die Betroffenen bedeutet, ergänzt Veronika Kronberger von der GPA-djp-Interessengemeinschaft work@flex: „Dass sich mit Body and Soul erstmals auch ein Arbeitgeber via Rechtsanwalt direkt an uns wendet, werten wir als positives Zeichen, das eine faire Bezahlung für junge Menschen sicher beschleunigt!“

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Neues Feature: Inserate-Watch

Bereits im November 2014 hat die GPA-djp angekündigt, genau zu beobachten wie Unternehmen zukünftig Praktika ausschreiben. Einige Beispiele besonders dreister Ausschreibungen wollen wir hier zeigen. Die Erfahrung zeigt: Ausschreibungen lassen Rückschlüsse auf die tatsächlichen Arbeitsbedingungen zu und sind ein erster Indikator dafür, ob Praktikantinnen und Praktikanten angemessen und rechtskonform behandelt werden.

Alle diese Ausschreibungen haben eines gemein, es werden Arbeitsverhältnisse ausgeschrieben, ein Ausbildungscharakter ist nicht erkennbar. Es werden zwar (hohe) Qualifikationen vorausgesetzt, es wird „Teamfähigkeit und Flexibilität“ gefordert, diese soll aber nicht, oder nur mit einem Taschengeld entlohnt werden. Ein Praktikum, das sich jedoch als verstecktes Arbeitsverhältnis entpuppt, muss auch wie ein solches laut Kollektivvertrag oder zumindest laut ortsüblichen Entgelt entlohnt werden.

Wer ein solches „Praktikum“ absolviert hat, hat auch noch rückwirkend die Möglichkeit das vorenthaltene Gehalt einzufordern.

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Warum es watchlist-praktikum.at braucht

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Veronika Kronberger (r.) präsentiert die watchlist Praktikum im Sommer 2014 gemeinsam mit Bundesminister Rudolf Hundstorfer (m., SPÖ) sowie der Nationalratsabgeordneten und Jugendsprecherin der SPÖ Katharina Kucharowits (l.).

Diese Plattform dient dazu, die Rechte von jungen Menschen in der Arbeitswelt durchzusetzen – Damit sie den Lohn bekommen, den sie für ihre Arbeit auch verdienen!

Aktuelle aber auch ehemalige Praktikantinnen und Praktikanten können anonym melden, wie das Praktikum in ihrem Unternehmen abläuft oder abgelaufen ist. Die erhobenen Daten werden an die Gebietskrankenkassen weitergeleitet, die die „Schwarzen Schafe“ unter den Unternehmen dann prüfen und entsprechende arbeits- und sozialversicherungsrechtliche Schritte einleiten. Die watchlist-praktikum.at gibt es, um Missbräuche durch ArbeitgeberInnen bei „Praktika“ einzudämmen und zu verhindern und jungen Menschen den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern.

Unterstütze uns, indem du hier von deinem eigenen „Praktikum“ berichtest!

„Das Praktikum“ gibt es nicht
Laut Arbeitsrecht gibt es „das Praktikum“ gar nicht. Was es gibt, sind ein sogenanntes „Pflichtpraktikum“ und ein „Volontariat“!

Ein „Ferienjob“, ein sogenanntes „Ferialpraktikum“ oder auch ein umgangssprachlich „freiwilliges Praktikum“ genannt, welches neben der Schule oder Hochschule und sogar danach absolviert wird, all das sind laut Arbeitsrecht ganz normale befristete Dienstverhältnisse.

„Praktika“ als versteckte Arbeitsverhältnisse
Das „Praktika“ viel zu oft unbezahlt und ohne soziale Absicherung, das heißt ohne Meldung zur Sozialversicherung absolviert werden, ist seit Jahren kein Geheimnis mehr.

Dass es sich bei diesen unbezahlten oder stark unterbezahlten „Praktika“ in der Regel nicht um Ausbildungsverhältnisse oder Volontariate handelt, wird durch Studien wie der von FORBA „Praktika und Praktikanten/Praktikantinnen in Österreich -Empirische Analyse von Praktika sowie der Situation vonPraktikanten/Praktikantinnen“ von 2011 bewiesen. Bei dieser wurden von 41 erhobenen Praktika von Studierenden 39 als Arbeitsverhältnis klassifiziert.

Gleichzeitig wissen wir jedoch von der „Studierenden Sozialerhebung“ des Instituts für Höhere Studien, dass ca. zwei Drittel der Pflichtpraktika, bzw. ein Drittel der „sonstigen Praktika“ – also Volontariate oder befristete Dienstverhältnisse, die fälschlicher Weise „Praktika“ genannt werden – unbezahlt absolviert werden.

Das Problem der Rechtsdurchsetzung
Viele fragen sich wie es dazu kommt, dass junge Menschen diese unbezahlten „Praktika“ weiterhin absolvieren und Unternehmen diese immer noch anbieten. Das Problem lässt sich leicht auf den Punkt bringen: Wo keinE KlägerIn, da keinE RichterIn.

Zu groß ist die Hoffnung, dass aus dem unbezahlten „Praktikum“ ein fixer Arbeitsplatz entsteht, zu tief sitzt die Angst davor wegen eines schlechten Rufs  in der gewünschten Branche gar nicht mehr beschäftigt zu werden.

Für Fragen zur watchlist-praktikum.at wenden Sie sich bitte an interesse@gpa-djp.at .

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